Ein Leben, das nicht vergessen werden darf.
PROJEKT TYRV distanziert sich ausdrücklich und uneingeschränkt von jeglichen Aufrufen zu Gewalt, Tötung, körperlichen Angriffen, Schlägen, Bedrohungen, Einschüchterungen oder sonstigen Übergriffen gegen die ehemaligen Angeklagten, die Richterin, Mitarbeitende von Gericht und Behörden sowie gegen sonstige am Verfahren beteiligte oder unbeteiligte Personen. Solche Äußerungen werden von uns weder unterstützt noch gebilligt noch verbreitet.
Ebenso dulden oder unterstützen wir in unseren Kommentarbereichen keine entsprechenden Gewaltfantasien, Drohungen, Aufrufe zur Selbstjustiz oder vergleichbare Äußerungen. Beiträge dieser Art können von uns gelöscht beziehungsweise verborgen und – soweit erforderlich – den zuständigen Plattformbetreibern oder Behörden gemeldet werden. Unsere Arbeit richtet sich auf sachliche Aufklärung, rechtliche Prüfung, Tierschutz und Erinnerung an Schmotzer – nicht auf Hass gegen Menschen.
Diese Seite ist nicht einer Aktennummer gewidmet. Nicht einem Video. Nicht einem Gerichtsverfahren. Sie ist einem Lebewesen gewidmet.
Einem Kater, der durch seine Umgebung streifte, Menschen begegnete, gefüttert wurde, Vertrauen fasste und Teil seiner Umgebung war. Sein Name war Schmotzer.
Was am Ende seines Lebens geschah, wurde gefilmt, digital verbreitet und löste weit über Tirol hinaus Entsetzen aus. Doch Schmotzer darf nicht auf die letzten Sekunden seines Lebens reduziert werden. Diese Seite dokumentiert seine Geschichte, soweit sie anhand öffentlich zugänglicher und überprüfbarer Informationen rekonstruiert werden kann.
Bevor Schmotzer Gegenstand von Ermittlungen, Berichterstattung und eines Gerichtsverfahrens wurde, war er zunächst ein Kater aus Brixen im Thale im Tiroler Bezirk Kitzbühel.
Nach veröffentlichten Recherchen der Hunde-Such-Hilfe Österreich gehörte er ursprünglich zu einem Hof in Brixen. Offenbar führte er als Freigänger ein selbstbestimmtes Leben und hielt sich an verschiedenen Höfen beziehungsweise Futterstellen auf. Menschen aus der Umgebung kannten und fütterten ihn; veröffentlichten Angaben zufolge war er zutraulich.
Über sein genaues Alter gibt es unterschiedliche Angaben. Eine zweifelsfrei belegte amtliche Altersangabe liegt dieser Dokumentation nicht vor. Deshalb wird hier bewusst kein exaktes Alter als gesicherte Tatsache angegeben.
Nach veröffentlichten Angaben war Schmotzer im April 2026 einer Tierärztin aus der Region aufgefallen. Er wurde aufgenommen und medizinisch versorgt.
Schmotzer wurde kastriert; außerdem wurden seine Zähne behandelt beziehungsweise saniert. Nach Angaben der Tierschutzorganisation soll die Tierärztin die Versorgung auf eigene Kosten übernommen haben. Anschließend wurde Schmotzer wieder in sein gewohntes Umfeld zurückgebracht und sollte dort weiter versorgt werden.
Kurz vor seinem Tod investierte ein Mensch Zeit, medizinische Hilfe und Fürsorge, damit es Schmotzer besser ging.
Am 30. April 2026 endete Schmotzers Leben. Das Geschehen wurde von einer anwesenden Person gefilmt.
Das später bekannt gewordene Video dauert nach Medienberichten ungefähr 55 bis 56 Sekunden. Nach den veröffentlichten Darstellungen kamen bei der Tötung unter anderem ein Bolzenschussgerät, eine Mistschaufel und ein Messer zum Einsatz.
Nach der im Verfahren veröffentlichten Darstellung wurde gegen Schmotzers Kopf ein Bolzenschussgerät eingesetzt. Die Angeklagten erklärten, damit habe das Tier bewusstlos und schmerzunempfindlich gemacht werden sollen. Danach waren deutliche Bewegungen beziehungsweise Zuckungen zu sehen. Im Verfahren wurde erörtert, ob diese Bewegungen reflexartig gewesen sein könnten.
Nach dem Bolzenschuss waren weiterhin Bewegungen des Körpers zu erkennen. Auf der Aufnahme ist dokumentiert, dass anschließend eine Mistschaufel eingesetzt wurde. Diese Sequenz war ein wesentlicher Grund für die starke öffentliche Reaktion auf das Video. Die Wirkung der Bilder auf Betrachter und die strafrechtliche Bewertung sind jedoch voneinander zu unterscheiden.
Im weiteren Verlauf wurde Schmotzer mit einem Messer am Hals verletzt beziehungsweise durch einen Schnitt durch den Hals getötet. Damit endete sein Leben. Auf eine sensationsorientierte oder unnötig detaillierte Wiedergabe wird aus Respekt vor dem Tier verzichtet.
Nach dem 30. April verbreitete sich die Aufnahme über digitale Kommunikationswege. Nach Medienberichten erhielten Jugendliche das Video und erstatteten Anzeige. Polizeiliche Ermittlungen wurden aufgenommen und die beteiligten Personen identifiziert.
Am 14. Mai 2026 erschienen nach damaligen Berichten vier Beschuldigte bei der Polizeiinspektion Westendorf. Der Vorgang wurde anschließend der Staatsanwaltschaft Innsbruck zur weiteren rechtlichen Beurteilung vorgelegt.
Für viele bestand der Fall zunächst nur aus einer unbekannten Katze, einem Video und einer Tötung. Durch Recherchen aus dem Tierschutzumfeld wurde öffentlich bekannt, dass dieser Kater einen Namen hatte: Schmotzer.
Damit war er nicht länger nur „die Katze aus dem Video“. Er war ein Tier aus Brixen im Thale, das Menschen kannten, fütterten und kurz zuvor tiermedizinisch versorgen ließen.
Die Staatsanwaltschaft Innsbruck führte das strafrechtliche Verfahren. Anfang Juli 2026 wurde Anklage erhoben. Vier Personen mussten sich vor dem Landesgericht Innsbruck verantworten.
Dass Schmotzer getötet wurde, stand nicht im Mittelpunkt des Beweisproblems. Entscheidend waren die Umstände der Tötung. Die Angeklagten schilderten, Schmotzer bereits schwer verletzt am Straßenrand gefunden und beschlossen zu haben, ihn von seinem Leiden zu erlösen.
Das Video dokumentierte nicht zweifelsfrei den Zustand des Katers vor Beginn der Aufnahme. Für eine strafrechtliche Verurteilung musste das Gericht die maßgeblichen Tatbestandsvoraussetzungen mit dem erforderlichen Beweismaß feststellen.
Am 4. August 2026 fand die Hauptverhandlung am Landesgericht Innsbruck statt. Vor dem Gericht gedachten Tierschützer Schmotzer und forderten Konsequenzen.
Alle vier Angeklagten wurden vom strafrechtlichen Vorwurf der Tierquälerei freigesprochen. Die Freisprüche sind rechtskräftig.
Nach der veröffentlichten Begründung spielte das veterinärmedizinische Sachverständigengutachten eine entscheidende Rolle. Das Gericht konnte insbesondere nicht mit der für eine strafrechtliche Verurteilung erforderlichen Sicherheit feststellen, dass Schmotzer nach dem Bolzenschuss noch Schmerzen empfand beziehungsweise die maßgeblichen Voraussetzungen der angeklagten Tierquälerei erfüllt waren.
Die Kritik an einem Urteil und die Forderung nach weiterer behördlicher Prüfung sind von persönlicher Vorverurteilung, Bedrohung und Selbstjustiz klar zu trennen.
Nach der öffentlichen Berichterstattung wurde im August 2026 auch eine mögliche verwaltungsrechtliche beziehungsweise verwaltungsstrafrechtliche Prüfung durch die zuständige Bezirkshauptmannschaft Kitzbühel thematisiert. Strafrechtliche und verwaltungsrechtliche Verantwortlichkeit sind nicht identisch.
Ob und mit welchem Ergebnis eine solche Prüfung abgeschlossen wird, muss anhand der zuständigen Behörde und belastbarer aktueller Informationen dokumentiert werden. Diese Gedenkseite stellt ein noch nicht abgeschlossenes Prüfverfahren nicht als feststehende Sanktion dar.
Nach veröffentlichten Angaben wird Schmotzer kastriert und zahnmedizinisch behandelt.
Schmotzer wird in Brixen im Thale getötet. Das Geschehen wird gefilmt.
Das Video verbreitet sich. Der Fall wird angezeigt und polizeilich untersucht.
Vier Beschuldigte erscheinen nach Medienberichten bei der Polizeiinspektion Westendorf.
Die Staatsanwaltschaft Innsbruck erhebt Anklage.
Hauptverhandlung am Landesgericht Innsbruck. Vier Freisprüche vom Vorwurf der Tierquälerei.
Eine mögliche verwaltungsrechtliche Prüfung wird öffentlich bekannt.
Diese Seite dokumentiert und erinnert. Sie ruft nicht zu Hass, Drohungen oder Selbstjustiz auf. Wegen der rechtskräftigen Freisprüche werden die ehemals Angeklagten hier nicht als rechtskräftig verurteilte Tierquäler dargestellt.
Private Adressen, Familienangehörige oder sonstige unbeteiligte Dritte gehören nicht in die öffentliche Auseinandersetzung. Auch Kritik an Gericht und Behörden rechtfertigt keine persönlichen Drohungen.
Gerechtigkeit entsteht nicht dadurch, dass aus dem Leid eines Tieres neues Leid gegen Menschen entsteht.
Was bleibt, ist nicht nur ein Video, ein Verfahren oder ein Urteil. Es bleibt die Geschichte eines Katers, der durch Brixen im Thale zog, Menschen kannte, gefüttert wurde und kurz vor seinem Tod medizinisch versorgt worden war.
Schmotzer wusste nichts von Strafrecht, Verwaltungsrecht, Staatsanwaltschaften oder sozialen Netzwerken. Er war ein Tier. Sein Leben hatte unabhängig von all diesen Dingen einen eigenen Wert.
Die Aufnahme dauerte weniger als eine Minute. Die Fragen, die sie ausgelöst hat, reichen weit darüber hinaus. Schmotzers Geschichte begann nicht mit einem Bolzenschuss. Sie begann lange vorher.
Sein Tod ist Teil seiner Geschichte. Aber er ist nicht seine gesamte Geschichte.
Für die Welt vielleicht ein Kater aus Brixen im Thale. Für die Menschen, die ihn kannten, war er Schmotzer. Für viele andere wurde sein Name zu einer Erinnerung daran, hinzusehen, Fragen zu stellen und Tiere nicht als Gegenstände zu behandeln.
Geliebt. Erinnert. Nicht vergessen.
† 30. April 2026
JUSTICE FOR SCHMOTZER